In Metall kratzen, unterschiedliche Teerschichten anätzen oder Kolophonium zur Grauschattierung als Pulver festbrennen. Diese Techniken habe ich schon in der Oberstufe, während meiner letzten Schuljahre, kennengelernt.
Radierungen
römische Eindrücke





ausgewählte Grafik

Santa Maria Maggiore; Radierung
20 x 20 cm, 2005
Während seiner südamerikanischen Zeit in Montevideo beschäftigte Matthias Kanka sich mit Radierungen im Atelier Clever Laras. Der Künstler hat dort fünf detaillierte, von der Stadt Rom inspirierte Radierungen im Format A4 angefertigt. Die benutzte Technik ist die Ätzradierung: eine sehr feine Radierung mit unterschiedlichen Tiefenstufen – je tiefer die Ätzung, desto dunkler das Schwarz. Für die Ätztechnik wird ein Säurebad benötigt. Die Geschichte der Radierungen römischer Architektur ist mit dem Aufblühen der Veduten Kunst im 18. Jahrhundert verbunden, besonders durch Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) und Luigi Rossini (1790-1857), die die Ruinen des antiken Roms in monumentalen, dramatischen Radierungen festhielten.
Kankas Radierungen zeigen zusammen architektonischen und archäologische Sehenswürdigkeiten, wie römische Kirchen und barocke Skulpturen von, mit zeitgenössischen Objekten, wie einem klassischen FIAT 500, und internationalen Touristen sowie die lokalen Wochenmärkte, durch perfekte druckgraphische Technik und besonderen Blickpunkten.
Interessante autobiographische Andeutungen finden wir in dem Exemplar mit dem Minerva Obelisken gegenüber der Basilika „Santa Maria Sopra Minerva“: hier hat der Künstler sich selbst mit seiner zehn-jährigen Tochter auf den Schultern gezeigt.
Der Fokus auf Ansichten Roms, Landschaften mit Architektur, sowie Monumentalität passt zusammen mit einem zeitgenössischen Blick auf die Stadt Rom als weltberühmte Kultur- und Tourismusmetropole, multikulturell und dynamisch. Die Linien sind scharf und klar, die Gestaltungen der Architekturen und Skulpturen sind klar definiert. Die Ikonographien sind detailreich, oft melancholisch und poetisch. Spannende Einflüsse der Radierungen Kankas liegen in den Werken der deutschen Spätromantik der Grafikkabinetsammlungen und Max Beckmanns Kaltnadelradierungen des Anfangs 20. Jahrhunderts. Der Graphiker Beckmann arbeitete genauso mit verschiedenen Drucktechniken, darunter Radierung, Kaltnadelradierung und Lithografie.
(C.M.)
