Das bewegte Bild …… .
Animationen
Angefangen habe ich hier mit ….. …. .
Es gibt Versuche, aber auch für mich wichtige Ergebnisse, die ich hier gerne zeige.
7.000 Eichen
7.000 Eichen
Animationsfilm
Herbst 2022
In der Beschäftigung mit Beuys bin ich darauf gestoßen, dass er immer ein begeisterter Radfahrer war, und zwar schon in den Zeiten als Akademie-Lehrte in Düsseldorf.
Später hat er in Kassel, wo ich damals studierte, zur documenta diese große Pflanzaktion gestartet.
Wir waren damals irgendwie alle mit dabei, als es darum ging, Baumpatenschaften zu organisieren. Eine Gruppe von Freunden, die Landschaftsarchitektur studierten, waren dann aktiv beim Pflanzen mit dabei.
Was heute fast normal ist, also die Aufgabe von Stellflächen für PKWs und das Pflanzen von Bäumen in der Stadt, war damals skandalös.
Heute ist es wichtiger denn je, Bäume zur Regulierung des Klimas in der Stadt zu verwenden, wie auch das Fahrrad als Verkehrsmittel in der Stadt zu privilegieren.
Hierin begegnen sich bei mir Beuys, aber auch mein Vater, der seit den 60er-Jahren sich entschieden gegen die sogenannte „autogerechte“ Stadt engagierte.
Joseph Beuys wollte bei der documenta nicht mehr in den Räumlichkeiten des Museums sein und so schlug ihm der damalige künstlerische Leiter Rudi Fuchs vor, für die documenta 7, die vom 19. Juni bis 28. September 1982 stattfand, eine Skulptur für den Außenraum zu schaffen.
Mit diesem kurzen Animationsfilm wollte der Künstler Matthias Kanka an diese berühmte performative Aktion 7000 Eichen von Joseph Beuys erinnern: 7000 Eichen in verschiedenen Stadtteilen von Kassel zu pflanzen, zu denen je ein Basaltstein gesetzt werden sollte. Die Pflanzungen begannen während der documenta 7 im Jahr 1982 und kamen fünf Jahre später zu ihrem Abschluss. Der Künstler zeigt die Stadt Kassel mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Lastwägen und Autos. Die Kasseler Bewohnerinnen, Mitarbeitende, Menschen, die täglich zum Arbeitsplatz pendeln, sowie Touristinnen fahren emsig auf einer unendlichen Straße unter einem streckenweise bewölkten Himmel. Auf einer Seite der Straße gibt es den Bürgersteig, das Gras mit zahlreichen Blumen: hier fallen ständig die Eichen mit den danebenstehenden Basalt-Stelen vom Himmel, an denen ein begeisterter Fahrradfahrer, der eine verblüffende Ähnlichkeit mit Joseph Beuys aufweist, vorbeiradelt. Für Matthias Kanka symbolisiert diese Szene den Beginn der Autofreiheit in der Kasseler Innenstadt. Die Pflanzaktion von Joseph Beuys ist biografisch parallel zum Leben des Künstlers Matthias Kanka. Seit seiner Ankunft in Kassel identifiziert sich der Künstler mit dieser Aktion, an der er selbst teilgenommen hat. Diese Pflanzaktion bedeutet für ihn ein sehr spezielles performatives Ereignis, da es zu jener Zeit keine intensive Kunst im öffentlichen Raum gab. Während Kunst im öffentlichen Raum normalerweise eine dekorative Funktion hat, handelt es sich hier um eine politische Aktion: hier gehen die Performance und das Ergebnis der Performance über sie selbst hinaus und weiter in die Zukunft. Man darf hier seinen Blick über Kankas Kosmos gleiten lassen und wird automatisch aufs Elementare zurückgeworfen, auf die Natur, die Landschaft und ihre Verletzlichkeit. Diese Themen sind auch typisch im zeichnerischen Werk von Joseph Beuys: man sah sie zuletzt in den ausgestellten Papierarbeiten aus der Sammlung des Münchner Verlegers Lothar Schirmer in der Ausstellung „Joseph Beuys – Einwandfreie Bilder 1945−1984 (2017-2018)“ im Lenbachhaus in München.
Matthias Kankas Hand zeichnet schnell und spontan Formen und Figuren unseres zeitgenössischen Universums, die sich mit politischen, gesellschaftlichen und existenziellen Themen beschäftigen. Die Gestaltung der Körper und Verkehrsmittel ist sehr detailliert, die Konturen sind glatt und sauber, die Licht- und Schatteneffekte stark betont. Der Stil der Zeichnungen oszilliert zwischen Humor und realistischer Darstellung. Die Skizzen des Animationsfilms sind in einer Schwarz-Weiß-Palette auf rotem Hintergrund gezeichnet. Die Verbindung mit Joseph Beuys entsteht hier nochmals durch die rotbräunliche Farbe, die Beuys seit den 50er-Jahren verwendete, er nannte sie Braunkreuzfarbe, weil er mit dieser oft braune Kreuze zeichnete. Mit ihr assoziierte er sowohl Erde und Blut: somit die Lebensenergie schlechthin.
(c.l.)
Besucherschule Block Beuys
als Versuch eines didaktischen Projekts …
